Die Ohrbooten

Sie fanden sich in Berlin zusammen in der Übereinkunft, mit Musik ihr Glück zu versuchen: Die OHRBOOTEN. Dass diese Verbindung weit über eine Dekade halten würde, hätte zur Bandgründung 2003 wohl niemand gedacht – aber über die Beständigkeit einer Band entscheidet ja erfahrungsgemäß nicht nur der Enthusiasmus der einzelnen Mitglieder selbst, sondern vor allem, ob ihre Musik gut ankommt oder nicht. Bei den Ohrbooten kam sie sehr gut an, so daß schon ihre ersten Demo-Aufnahmen im Radio gespielt wurden. Eine Plattenfirma wurde aufmerksam auf den frischen Stil der Band und bot einen Vertrag an. Mit Veröffentlichung des Debutalbums „Spieltrieb“ wird die erste Erfolgswelle angeschoben: Es geht auf die großen Festivalbühnen, und die folgenden Platten können Chartseinstiege verzeichnen.

Mittlerweile eilt den vier Berlinern, die durch gelegentliche Überraschungskonzerte auf der Strasse die Kunst der Improvisation sehr gut beherrschen, ihr Ruf als ausgezeichnete Liveband voraus. Selbst häufige Konzertgänger werden immer wieder aufs Neue verblüfft von der musikalischen Vielseitigkeit dieser Jungs, die an ihrem Stil unermüdlich weiterfeilen, den sie selbst „Gip Hop“ getauft haben. Ihre Lebensfreude lässt sie live mit der Faust ins Kompott schlagen. Man merkt ihnen deutlich an, dass sie die Konzertsituation brauchen, um nicht durchzuschallern – hier auf der Bühne darf man es.

Heute erfreut sich die Band einer stattlichen Fangemeinde, so daß die letzten zwei Plattenproduktionen zum großen Teil crowdfinanziert werden konnten. Auch auf dem aktuellen Werk „Tanz mal drüber nach“ bedienen sich die Ohrbooten musikalisch aus aller Welt, unterstützt sowohl von virtuosen Instrumentalisten der befreundeten Band „The Turbans“, als auch von wahnwitzigen Vokalisten wie Käpt‘n Peng und dem ersten weiblichen Gast auf einer Ohrbooten-Scheibe, Kamila. Die elf neuen Lieder des Albums sprühen vor Lebenslust und guter Beobachtungsgabe, und das Augenzwinkern der Berliner Schnauze verabreicht jedem hüftsteifen Deutschen einen lieben Arschtritt, auf dass er sich seiner Hemmungen entledige und in die bunte, wildtanzende Meute stürze.

Diese Band hat sich ihren Platz in der deutschen Musikwelt ehrlich erspielt und strahlt auch auf Platte ein angenehmes Selbstbewusstsein aus, wie es manchmal Bands an sich haben, die niemandem etwas beweisen müssen, sondern das machen, worum es geht: gute Musik. Mit einem grossartigen fünften Album im Gepäck geht die Geschichte der Ohrbooten in eine neue Runde. Sie sind eingeladen auf angesagten Festivals wie Chiemsee oder Summerjam und werden auch nach der heißen Festivalsaison weiter auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gehen. Na dann: Anker lichten und Leinen los!